Verloren im Distanzunterricht: 12-jährige Düsseldorferin wechselt auf private Herder-Schule Wuppertal

Kurzer Schulweg, spannender und lehrreicher Unterricht, eine tolle Klassengemeinschaft, so wünschen sich Schüler ihren Schulalltag. Bei der 12-jährigen Emilia Bisping aus Düsseldorf sah es jedoch an ihrer alten öffentlichen Schule ganz anders aus. Zwar befand sich die Schule direkt in ihrer Nähe, doch das Verhältnis zu den Mitschülern war oft angespannt und im großen Klassenverbund von bis zu 30 Kindern konnte sie sich kaum einbringen.
Durch Corona verschlechterte sich die Lage weiter. Statt Online-Unterricht bot die öffentliche Schule lediglich eine Form des Distanzlernens an. Hierbei laden Lehrkräfte zu Wochenbeginn Aufgaben per App hoch und die Kinder müssen diese allein bearbeiten. Rückfragen stellen, gemeinsam mit Mitschülern Lösungen erarbeiten – all das fiel schwer oder war nicht umsetzbar. Am Ende gab es oft schlechtere Noten als zuvor. „Das Distanzlernen hat es schwerer für mich gemacht und war sehr anstrengend. Man hatte keine Motivation, die Aufgaben zu machen“, erklärt Emilia, die vorher immer Spaß am Lernen hatte und insbesondere in Englisch besonders gut war.
Ende Oktober 2020 wechselte die 12-Jährige an die private Herder-Schule in Wuppertal. Eine gute Entscheidung, wie sich schnell zeigte. „Ich finde es viel angenehmer, wenn nicht so viele Schüler in einer Klasse sind, dann hat man einfach ein besseres Klassenklima“, sagt Emilia. Obwohl ihr nur wenige Wochen Präsenzunterricht mit ihren neuen Mitschülern bis zum zweiten Lockdown blieben, ist die Schülerin jetzt vollständig in die Klassengemeinschaft integriert.
Auch der Online-Unterricht der Herder-Schule motiviert die 12-Jährige. Sie hat wieder Spaß am Lernen. „Der Video-Unterricht ist deutlich besser als das Distanzlernen. Die Lehrer erklären die Inhalte gut und wir können alle jederzeit Rückfragen stellen, wenn mal etwas nicht klar ist.“ Besonders gut sei es, dass die Lehrer den digitalen Unterricht spannend und abwechslungsreich gestalten. So kommen beispielsweise multimediale Inhalte wie Musik und Film zum Einsatz, ebenso kann Gruppenarbeit über separate Video-Räume und geteilte Bildschirminhalte umgesetzt werden.
Dabei läuft die Technik auf Seiten der Schule stabil. „Ich selbst habe nie Verbindungsprobleme“, sagt Emilia. Allerdings komme es manchmal bei Mitschülern vor, dass deren heimische Internetverbindung abbricht. Diese Schüler wählen sich dann einfach erneut ein. Dadurch wird sichergestellt, dass kein Schüler wichtige Inhalte versäumt. Außerdem entstehen auch keinerlei Versäumnisse durch Unterrichtsausfall. Das war an Emilias alter Schule noch anders: „Wir hatten während Corona viele Freistunden mit Vertretungslehrern, die dann etwas anderes mit uns gemacht haben. Manche Stunden fielen auch ganz aus.“
Und was hat sich für Emilia noch durch den Wechsel auf eine Privatschule geändert? „Ich finde es super, dass ich jetzt ausführliche Rückmeldungen zu meinen Klassenarbeiten bekomme“, sagt die 12 Jährige. Sie werde auf Fehlerquellen hingewiesen und der Benotungsschlüssel sei am Ende der Arbeiten verzeichnet. Außerdem mag sie die ehrwürdige Villa, in der sich die Herder-Schule befindet. Viele Schüler nennen diese auch augenzwinkernd Hogwarts und spielen damit auf den weltberühmten Zauberlehrling Harry Potter an. Zu guter Letzt ist Emilia auch das leckere Essen in der Mensa im Gedächtnis geblieben. „Es schmeckt einfach viel besser!“
Obwohl die 12-Jährige, sobald der Lockdown gelockert wird, wieder etwa eine Stunde zur Herder Schule pendeln muss, freut sie sich noch immer über den Wechsel. „Es macht hier trotz der langen Fahrt einfach viel mehr Spaß! Außerdem bin ich super happy, dass ich mich viel besser mit meinen Mitschülern verstehe und so viel lerne.“