Im Zentrum des Geschehens

Führungen durch die Herder-Schule heiß begehrt

Das Luisenfest ist in Wuppertal seit Jahren eine feste Größe. So war es am vergangenen Sonntag nicht verwunderlich, dass unzählige Besucher durch die Straßen des Viertels streiften und das umfangreiche Angebot der Veranstalter genossen.

Erstmals öffnete im Rahmen dieses Festes auch die Private Herder-Schule ihre Tore und bot kunsthistorische Führungen durch das wunderschöne am Hang gelegene Gebäude an.

Karen Flanze, Pädagogin an der Herder-Schule und Kunsthistorikerin , konnte sich vor Interessenten kaum retten: „Wir haben noch einen zusätzlichen Termin eingeschoben, um der Nachfrage gerecht zu werden.“

Anschaulich berichtete sie im Laufe der Führungen von der bewegten Vergangenheit  des Gebäudes, die in die Geschichte der Stadt eingebettet ist. Erbauer der spätklassizistischen Villa war der in Elberfeld ansässigie Architekt Heinrich Bramesfeld. Der Besitzer des Hauses Julius Schmitts war ein Schwager August von der Heydts, dem Namensgeber des Von-der-Heydt-Museums. Auch Julius Schmitts unterstützte das Museum durch Schenkungen von Kunstwerken und finanzielle Mittel. Die jetzige Schule war damals als geistiges und gesellschaftliches Zentrum Wuppertals bekannt.

Karen Flanze ließ in ihrer Führung die Geschichte wieder lebendig werden, wies auf wunderbare bauliche Finessen hin und führte so kurzweilig durch das Haus, dass für die begeisterten Gäste die Zeit wie im Fluge verging.

Den großen Zuspruch der Besucher nimmt die Schulleitung nun zum Anlass, um die Schule nochmals der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So wird die Herder-Schule am 9. September im Rahmen des „Tags des offenen Denkmals“ als 1.000 Denkmal der Stadt Wuppertal geöffnet und es werden wieder zwei Führungen angeboten. Interessierte sollten sich frühzeitig anmelden, denn die Zahl der Plätze ist wieder begrenzt.